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Glossar

Die Fachsprache der Immobilienpräsentation

49 Begriffe aus Immobilienvideo, Objektfotografie und Maklerwesen — erklärt ohne Fachjargon, mit jeweils der Antwort auf die Frage dahinter. Suchen Sie ein Wort, oder blättern Sie durch eines der fünf Themen unten.

🎬 Video und Bewegung

Was die Kamera tut, wie lang eine Szene dauert und warum ein Foto sich bewegen kann.

Immobilienvideo#

Auch: Objektvideo · Immobilienfilm · property video (EN) · woningvideo (NL)

Ein kurzer Film, der eine Immobilie zeigt, meist 30 bis 75 Sekunden lang, gemacht, um online Aufmerksamkeit zu gewinnen.

Ein Immobilienvideo läuft in fester Reihenfolge durch das Objekt: Außenansicht, Flur, Wohnzimmer, Küche, Schlafzimmer, Garten. Das ist keine willkürliche Wahl — wer die Route wiedererkennt, schaut länger zu. Für soziale Kanäle ist kürzer besser; für die eigene Website und YouTube darf es länger sein. Ein Immobilienvideo lässt sich vollständig aus stehenden Fotos aufbauen, es muss keine Kamera ins Haus.

Rundgangsvideo#

Auch: Walkthrough · virtueller Rundgang · Hausdurchgang

Ein Video, in dem sich die Kamera tatsächlich durch die Immobilie bewegt, von Raum zu Raum, als liefen Sie selbst hindurch.

Der Unterschied zu einer Reihe einzelner Szenen ist das Raumgefühl: Sie sehen, wie die Küche an das Wohnzimmer grenzt und wie breit der Flur ist. Genau das lässt sich aus Fotos nicht ablesen. Ein Rundgang kann aus echten Aufnahmen stammen, aber auch aus Fotos aufgebaut werden, bei denen sich das Bild zwischen zwei Standpunkten bewegt.

Bild-zu-Video#

Auch: image-to-video · Foto zu Film · i2v

Technik, bei der aus einem stehenden Foto ein kurzer bewegter Ausschnitt entsteht.

Das Foto bleibt der Ausgangspunkt; hinzu kommt Bewegung — die Kamera schiebt sich vor, das Licht verändert sich, Vorhänge bewegen sich mit. Der Unterschied zu einem wandernden Bildausschnitt ist, dass wirklich neues Bild entsteht: Sie sehen etwas mehr vom Raum, als auf dem Foto stand. Das ist auch der Grund, das Ergebnis vor der Veröffentlichung immer anzusehen.

Ken-Burns-Effekt#

Auch: Pan-and-Zoom · in ein Foto hineinzoomen

Langsames Hineinzoomen oder Verschieben über ein stehendes Foto, sodass eine Fotoserie sich trotzdem bewegt.

Benannt nach dem amerikanischen Dokumentarfilmer, der damit ganze Filme füllte. Neues Bild entsteht dabei nicht: Sie sehen jeweils einen anderen Ausschnitt desselben Fotos. Ruhig und zuverlässig, aber weniger überzeugend als echte Kamerabewegung — es bleibt sichtbar ein Foto.

Parallaxe#

Auch: 2.5D-Effekt · Tiefenwirkung

Ein Tiefeneffekt, bei dem sich der Vordergrund schneller bewegt als der Hintergrund, wodurch ein flaches Foto räumlich wirkt.

Wie aus einem fahrenden Zug: der Zaun direkt daneben rauscht vorbei, der Waldrand in der Ferne verschiebt sich kaum. Indem man ein Foto in Ebenen zerlegt und diese unterschiedlich schnell bewegt, entsteht dasselbe Gefühl. Wirkt stark bei einer Fassade mit Vorgarten und schwach bei einer kahlen Wand — dort gibt es keinen Vorder- und Hintergrund zum Trennen.

Kamerabewegung#

Auch: Schwenk · Neigung · Dolly · Orbit · Kranfahrt

Die Richtung, in die sich die Kamera bewegt: schwenken, neigen, vorwärtsfahren oder um etwas herumkreisen.

Ein Schwenk dreht sich waagerecht um die eigene Achse, eine Neigung kippt nach oben oder unten, eine Dolly fährt vor oder zurück, und ein Orbit kreist um einen Punkt. In einer Wohnung funktioniert eine ruhige Dolly vorwärts durch eine Tür am besten: die Zuschauerin geht mit hinein. Schnelle Bewegungen wirken in kleinen Räumen unruhig.

Szene#

Auch: Shot · Clip · Einstellung

Ein ununterbrochener Ausschnitt in einem Video, meist drei bis sechs Sekunden lang.

Ein Immobilienvideo besteht aus einer Handvoll Szenen hintereinander. Pro Szene gehört meist ein Raum und ein gesprochener Satz. Kürzer als drei Sekunden und der Raum ist nicht erfasst; länger als sechs und es zieht sich — es sei denn, es bewegt sich etwas, das die Aufmerksamkeit hält.

Start- und Endbild#

Auch: first frame · last frame · Keyframe

Das erste und das letzte Einzelbild eines Ausschnitts; legt man beide fest, bestimmt man, wo eine Bewegung beginnt und endet.

Geben Sie nur ein Anfangsbild vor, ist das Ende eine Überraschung. Geben Sie auch das Endbild vor, steht das Ziel fest und nur der Weg dazwischen wird ergänzt. Das ist die Technik hinter einem Ausschnitt von leer zu möbliert oder einem Übergang von Tag zu Abend: zwei bekannte Bilder, und die Bewegung dazwischen.

Übergang#

Auch: Transition · Schnitt · Überblendung

Die Art, wie eine Szene in die nächste übergeht: hart geschnitten oder weich überblendet.

Ein harter Schnitt ist der Standard und fällt nicht auf — genau das ist die Absicht. Eine Überblendung lässt zwei Bilder kurz übereinanderlaufen und legt nahe, dass Zeit vergeht oder dass die Etage wechselt. Mehr als zwei Arten von Übergängen in einem Video wirken unruhig.

Sprecherstimme#

Auch: Voice-over · gesprochener Text · Off-Stimme

Der gesprochene Text unter einem Video, der erzählt, was zu sehen ist.

Eine gute Sprecherstimme benennt nicht, was ohnehin zu sehen ist („dies ist die Küche“), sondern das, was man nicht sieht: nach Süden ausgerichtet, 2019 saniert, zehn Minuten zum Bahnhof. Ein Satz pro Szene genügt. Die Sätze werden direkt in der gewählten Sprache geschrieben und nicht übersetzt — eine Übersetzung klingt vorgelesen.

Untertitel#

Auch: Captions · Bauchbinde · subtitles

Text im Bild, der mitläuft mit dem, was gesagt wird.

Auf sozialen Kanälen unverzichtbar: die meisten Menschen schauen dort ohne Ton. Ohne Untertitel geht Ihre ganze Sprecherstimme verloren. Halten Sie die Zeilen kurz — zwei Zeilen gleichzeitig sind das Maximum, das auf einem Telefon lesbar bleibt.

Umgebungsvideo#

Auch: Nachbarschaftsvideo · Lagevideo · Quartiersvideo

Ein kurzes Video über die Umgebung der Immobilie statt über die Immobilie selbst: Schulen, Geschäfte, Grün, Erreichbarkeit.

Wer von außerhalb kommt, kauft die Lage genauso wie das Haus. Ein Umgebungsvideo beantwortet die Fragen, die nicht im Exposé stehen: wo kaufe ich ein, wie komme ich zur Arbeit, gibt es Grün in der Nähe. Für Maklerinnen und Makler ist es zudem Material, das bei jedem Objekt im selben Viertel erneut verwendbar ist.

Verkauft-Video#

Auch: Sold-Post · Erfolgsmeldung

Ein kurzes Video, das Sie veröffentlichen, nachdem eine Immobilie verkauft ist, als Beleg für Ihr Ergebnis.

Das Objekt ist weg, die Aufmerksamkeit noch nicht. Ein Verkauft-Video zeigt Verkaufswilligen in der Nachbarschaft, dass Sie das Haus in ihrer Straße verkauft haben — und das ist der Moment, in dem sich jemand, der selbst überlegt, Ihren Namen merkt. Funktioniert am besten, wenn das Video denselben Stil hat wie das Verkaufsvideo.

📷 Foto und Bearbeitung

Vom kahlen Raum zum verkaufsfertigen Bild — und was sich unterwegs verändern darf und was nicht.

Virtuelles Home Staging#

Auch: virtuelle Möblierung · digitales Einrichten · virtual staging (EN)

Einen leeren Raum digital mit Möbeln und Accessoires einrichten, damit Kaufinteressenten sehen, wie sich darin wohnen lässt.

Virtuelles Home Staging: helles Wohnzimmer eines Neubau-Apartments, digital möbliert mit Sofa, Couchtisch und Pflanzen, gesehen aus dem Türrahmen
Virtuell möbliert: die Möbel sind hinzugefügt, der Raum selbst — Fenster, Türen, Maße — nicht. Fiktives Bild.

Der Raum selbst bleibt unangetastet: Fenster, Türen, Wände, Böden und Maße bleiben exakt so, wie sie sind — nur die Einrichtung kommt hinzu. Das ist der Unterschied zu einer Renovierungs-Visualisierung, bei der sich der Raum selbst verändert. Ein leerer Raum wirkt kleiner und kühler, als er ist; möbliert bekommt der Betrachter einen Maßstab. Die Kosten liegen weit unter physischem Staging: € 39 pro Objekt gegen mehrere hundert Euro für Möbelmiete.

Digital leerräumen#

Auch: Entrümpelung · virtuelles Ausräumen · decluttering

Möbel, Unordnung oder persönliche Gegenstände digital aus einem Foto entfernen, damit der Raum selbst sichtbar wird.

Digital leergeräumtes Zimmer in einem Altbau: kahle Dielen, weiße Wände und ein Fenster mit Läden, ohne jedes Möbelstück
Was übrig bleibt, wenn alles weg ist: der Raum selbst. Oft der erste Schritt vor dem virtuellen Möblieren. Fiktives Bild.

Das Gegenteil vom virtuellen Möblieren, und oft der erste Schritt davor. Ein bewohnter Raum voller persönlicher Dinge lenkt ab: der Blick geht zu den Bilderrahmen statt zum Erker. Was weg darf: Unordnung, Wäsche, Kinderspielzeug, ein abgenutztes Sofa. Was nicht weg darf: Mängel, Risse, Feuchtigkeitsflecken — dann führen Sie in die Irre.

Twilight-Foto#

Auch: Dämmerungsaufnahme · blaue Stunde · dusk photo (EN)

Eine Außenaufnahme in der Dämmerung, bei der die Lampen drinnen brennen und der Himmel noch Farbe hat.

Twilight-Foto einer Doppelhaushälfte aus den 1930er Jahren in der Dämmerung, alle Fenster warm erleuchtet vor tiefblauem Abendhimmel
Die blaue Stunde: warmes Licht drinnen, Farbe am Himmel. Das Zeitfenster dafür dauert etwa eine halbe Stunde. Fiktives Bild.

Die Wirkung ist bekannt: warmes Licht hinter den Fenstern vor einem tiefblauen Himmel wirkt einladend wie keine andere Aufnahme. Das Zeitfenster dafür ist klein — eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang, und nicht bei Regen. Deshalb wird das Bild öfter aus einem Tagesfoto aufgebaut als tatsächlich fotografiert. Verwenden Sie es nie als einzige Außenaufnahme: Kaufinteressenten wollen die Fassade auch bei Tageslicht sehen.

HDR#

Auch: High Dynamic Range · Belichtungsreihe · Bracketing

Mehrere Aufnahmen mit unterschiedlicher Belichtung zu einem Foto zusammenfügen, auf dem sowohl der Innenraum als auch der Ausblick durchs Fenster gut zu sehen ist.

Das Problem, das es löst: belichten Sie auf den Raum, wird das Fenster ein weißes Loch; belichten Sie auf das Fenster, wird der Raum eine dunkle Höhle. Ihr Auge sieht beides zugleich, eine Kamera nicht. HDR kombiniert eine dunkle, eine normale und eine helle Aufnahme. Übertrieben angewandt bekommt ein Foto diesen gräulichen, unnatürlichen Schimmer — dann ist es zu viel des Guten.

Flambient#

Auch: Flash-Ambient · Blitz-Mischtechnik

Eine Fototechnik, bei der eine Aufnahme mit Blitz und eine nur mit Umgebungslicht zusammengefügt werden.

Flambient-Aufnahme eines Altbau-Wohnzimmers, bei der sowohl der Innenraum als auch der Blick nach draußen gut belichtet sind
Achten Sie auf die Fenster: drinnen und draußen sind gleichzeitig gut belichtet. Das gelingt mit einer einzelnen Aufnahme nicht. Fiktives Bild.

Die Blitzaufnahme liefert saubere, echte Farben; die Aufnahme auf Umgebungslicht liefert Stimmung und das Licht durch die Fenster. Zusammengefügt entsteht ein Foto, das farbtreu ist und zugleich warm wirkt. Es ist der Standard unter professionellen Immobilienfotografinnen und -fotografen, und der Unterschied zu einem einzelnen Blitzfoto ist groß — letzteres wirkt flach und klinisch.

Weißabgleich#

Auch: Farbtemperatur · white balance

Die Einstellung, die bestimmt, ob Weiß auf dem Foto auch wirklich weiß aussieht und nicht orange oder blau.

Glühlampen geben oranges Licht, Tageslicht ist blauer, Energiesparlampen können ins Grüne ziehen. Stimmt der Weißabgleich nicht, wirkt eine weiße Wand gelb und ein grauer Boden violett — Kaufinteressenten sehen das durchaus, auch wenn sie es nicht benennen können. In einem Raum mit mehreren Lichtquellen zugleich ist das der schwierigste Teil der Immobilienfotografie.

Perspektive korrigieren#

Auch: stürzende Linien · Perspektivkorrektur · Objektivkorrektur

Die Verzerrung aus einem Foto nehmen, damit Wände, Türrahmen und Fensterrahmen wieder gerade stehen.

Neigen Sie die Kamera nach oben, scheinen die Wände nach innen zu kippen — derselbe Effekt wie bei Fotos hoher Gebäude. In einer Innenaufnahme wirkt das sofort unprofessionell, auch für jemanden, der nicht weiß, woran es liegt. Gerade Senkrechten sind vielleicht der deutlichste Unterschied zwischen einem Schnappschuss und einem professionellen Objektfoto.

Weitwinkel#

Auch: Weitwinkelobjektiv · Brennweite · Ultraweitwinkel

Ein Objektiv, das einen breiten Winkel erfasst, sodass ein ganzer Raum auf ein Foto passt.

Kleines Badezimmer mit begehbarer Dusche vollständig im Bild, aufgenommen mit einem Weitwinkelobjektiv aus erhöhter Position
Ohne Weitwinkel bekommen Sie ein solches Bad nicht in ein Bild. Zu weit, und der Raum wirkt größer, als er ist. Fiktives Bild.

In der Immobilienfotografie unverzichtbar — ohne Weitwinkel bekommen Sie ein Badezimmer nicht ins Bild. Aber je weiter das Objektiv, desto stärker wird der Raum gedehnt: ein Zimmer wirkt größer, als es ist, und Gegenstände am Rand werden in die Länge gezogen. Zu weit getrieben ist das irreführend, und wer zur Besichtigung kommt, merkt es sofort. Etwa 16 bis 24 mm gilt als vernünftige Grenze.

Objekte entfernen#

Auch: Retusche · Inpainting · wegstempeln

Einen bestimmten Gegenstand aus einem Foto nehmen, wobei die Stelle darunter mit dem aufgefüllt wird, was logischerweise dahinter liegt.

Denken Sie an ein Auto vor der Fassade, eine Mülltonne an der Straße, einen Gartenschlauch auf der Terrasse. Die verbleibende Lücke wird mit der umliegenden Struktur gefüllt — das Pflaster läuft durch, die Hecke schließt an. Die Grenze zur Irreführung ist scharf: ein geparktes Auto entfernen ist zulässig, einen Riss in der Wand entfernen nicht.

Renovierungs-Visualisierung#

Auch: Sanierungsvisualisierung · Vorher-Nachher · Potenzialbild

Ein Bild, das zeigt, wie ein veralteter oder vernachlässigter Raum nach einer Sanierung aussehen kann.

Renovierungs-Visualisierung einer erneuerten Küche mit tiefgrünen Fronten und Steinarbeitsplatte, flaches Winterlicht über der Arbeitsfläche
Eine Renovierungs-Visualisierung verändert den Raum selbst — deshalb gehört immer dazu, wie der Bestand aussieht. Fiktives Bild.

Anders als beim virtuellen Home Staging verändert sich der Raum selbst sehr wohl: eine braune Küche von 1985 wird zu einer hellen Küche, ein veraltetes Bad wird neu gefliest. Das macht es wirkungsvoll und heikel zugleich — Sie verkaufen eine Möglichkeit, keinen Zustand. Weisen Sie deshalb immer ausdrücklich darauf hin, dass es sich um eine Visualisierung handelt, und zeigen Sie den Bestand daneben.

Jahreszeiten-Foto#

Auch: Jahreszeitenwechsel · Sommerbild · Rasenersatz

Eine Außenaufnahme in eine andere Jahreszeit umwandeln, etwa einen kahlen Wintergarten in einen grünen Sommergarten.

Jahreszeiten-Foto: Hausgarten im Hochsommer mit blühenden Beeten und gemähtem Rasen, von oben aus einem Obergeschossfenster gesehen
Derselbe Garten sieht im November ganz anders aus. Weisen Sie deshalb darauf hin, dass es die Sommersituation zeigt. Fiktives Bild.

Eine Immobilie, die im November auf den Markt kommt, wird mit kahlen Ästen und grauem Himmel fotografiert. Derselbe Garten wirkt im Juni völlig anders. Ein Jahreszeiten-Foto überbrückt diesen Unterschied. Bleiben Sie dabei ehrlich: weisen Sie darauf hin, dass es eine Visualisierung der Sommersituation ist, und halten Sie die tatsächlich vorhandene Bepflanzung erkennbar.

Garten einrichten#

Auch: Außenbereich stylen · Terrasse gestalten · outdoor staging

Den Außenbereich digital ausstatten mit Terrassenmöbeln, Bepflanzung und Beleuchtung.

Eingerichteter Stadtgarten mit Holztisch und vier Stühlen auf einer Terrasse, Kletterpflanzen an der Mauer, tiefes Abendlicht
Vier Stühle sagen mehr als eine leere Terrasse: sie zeigen, dass Platz zum Essen ist. Fiktives Bild.

Außenfläche wiegt bei der Entscheidung schwer, wird aber meist am schlechtesten präsentiert: eine leere gepflasterte Terrasse mit einer Regentonne sagt nichts. Ein Tisch mit vier Stühlen macht deutlich, dass Platz zum Essen ist — das ist Information, keine Dekoration. Zaun, Maße und Ausrichtung bleiben unverändert.

Hochskalieren#

Auch: Auflösung erhöhen · Upscaling · vergrößern

Ein Foto mit wenigen Bildpunkten vergrößern und dabei Detail ergänzen, sodass es auch groß scharf bleibt.

Nötig, wenn Sie nur ein kleines Foto haben — aus einem alten Exposé, von einem Telefon oder von einer Website geladen. Einfaches Vergrößern gibt Klötzchen und weiche Kanten; beim Hochskalieren wird fehlendes Detail auf Basis des Vorhandenen ergänzt. Achtung: ergänztes Detail ist nicht dasselbe wie echtes Detail. Für einen Schaufensteraushang genügt es, für eine bautechnische Beurteilung nicht.

⚙️ Formate und Technik

Die Zahlen hinter einer Datei: Seitenverhältnis, Auflösung, Bildrate, Dateiformat.

Seitenverhältnis#

Auch: aspect ratio · 9:16 · 1:1 · 16:9 · 4:5

Das Verhältnis von Breite zu Höhe eines Videos oder Fotos, notiert als 9:16, 1:1 oder 16:9.

9:16 ist hochkant und füllt einen Telefonbildschirm ganz aus — für Reels, Stories und TikTok. 1:1 ist quadratisch und funktioniert gut in einem Feed. 16:9 ist quer, die Form eines Fernsehers, und gehört zu YouTube und Ihrer eigenen Website. Veröffentlichen Sie ein Querformat auf einem Hochkant-Kanal, bekommen Sie schwarze Balken und die Hälfte des Bildschirms tut nichts. Erstellen Sie das Video lieber im Format des Kanals, für den es gedacht ist.

Auflösung#

Auch: 720p · 1080p · 4K · Pixel

Die Anzahl der Bildpunkte in einem Foto oder Video; mehr Punkte bedeuten mehr Detail bei großer Darstellung.

1080p (Full HD) ist der praktische Standard für Immobilienvideos: scharf auf jedem Bildschirm und Dateien, die schnell laden. 720p genügt für soziale Kanäle, wo das Bild ohnehin herunterskaliert wird. 4K hat viermal so viele Bildpunkte — schön auf einem großen Monitor, aber die Datei ist umfangreich und auf einem Telefon sieht praktisch niemand den Unterschied.

Bildrate#

Auch: Framerate · fps · Bilder pro Sekunde

Die Anzahl der Einzelbilder pro Sekunde in einem Video; 24 bis 30 ist üblich, 60 wirkt flüssiger.

24 fps ist der Kinostandard und hat einen leicht verzögerten, filmischen Charakter. 30 fps ist die gängige Wahl für Onlinevideo. 60 fps wirkt straff und flüssig, aber bei ruhigen Kamerabewegungen durch eine Wohnung sieht praktisch niemand den Unterschied zu 30 — es entsteht vor allem eine größere Datei.

Dateiformat#

Auch: MP4 · MOV · JPG · PNG · WebP · Codec · H.264

Die Verpackung, in der Bild gespeichert wird; MP4 für Video und JPG für Fotos funktionieren überall.

MP4 spielt auf jedem Gerät und in jedem sozialen Netzwerk — im Zweifel ist das die Wahl. MOV stammt von Apple-Geräten und funktioniert gut, aber nicht überall. Bei Fotos ist JPG der sichere Standard; PNG ist größer, bewahrt aber scharfe Kanten und Transparenz (praktisch für Logos); WebP ist bei gleicher Qualität kleiner und deshalb angenehm für die eigene Website.

Einbettungscode#

Auch: Embed · iframe · einbetten

Ein kleines Stück Code, mit dem Sie ein Video auf Ihrer eigenen Website zeigen, ohne die Datei dort ablegen zu müssen.

Sie fügen den Code in Ihre Seite ein und das Video erscheint, während die Datei anderswo liegen bleibt. Vorteil: Ihre Website bleibt leicht und das Video lädt schnell. Für Maklerbüros mit einer eigenen Objektseite ist das der Weg, Video hinzuzufügen, ohne den Webdienstleister zu brauchen. Siehe die Anleitung zum Einbinden.

QR-Code#

Auch: Scancode · Aushang-Code

Ein Punktmuster, das eine Telefonkamera in einen Link verwandelt, sodass eine Passantin direkt das Video sieht.

Im Schaufensteraushang ist das die am meisten unterschätzte Technik: jemand steht vor dem Haus, scannt, und sieht binnen zwei Sekunden den Rundgang — genau in dem Moment, in dem das Interesse am größten ist. Sorgen Sie dafür, dass der Code mindestens zwei mal zwei Zentimeter groß ist, sonst gelingt das Scannen hinter Glas nicht. Siehe die Anleitung für den Aushang.

Wasserzeichen#

Auch: Logo-Overlay · Branding-Balken

Ein Logo oder Text, der über das Bild gelegt wird, meist zur Kennzeichnung des Urhebers.

Zwei Arten, und der Unterschied ist groß. Ein Wasserzeichen des Anbieters über Ihrem Immobilienvideo ist Werbung für jemand anderen auf Ihrem Bildschirm — bei Vastgoedstudio steht es nicht darauf. Ihr eigenes Logo und Ihre Hausfarben daraufzusetzen ist etwas anderes: das macht das Video als das Ihres Büros erkennbar.

White Label#

Auch: unter eigenem Namen · Handelsmarke

Die Arbeit unter Ihrem eigenen Namen liefern, ohne dass der Anbieter irgendwo sichtbar ist.

Für Fotografinnen, Fotografen und Videobüros, die Immobilienvideo als eigene Leistung anbieten, ist das der Kern: die Kundschaft sieht Ihren Namen, Ihr Logo, Ihre Rechnung.

🏡 Maklerwesen und Markt

Fachbegriffe aus dem Immobilienverkauf, die in jedem Exposé wiederkehren.

Exposé#

Auch: Objektbeschreibung · Verkaufsunterlagen · Objektunterlagen

Die Verkaufsunterlage einer Immobilie: Fotos, Grundrisse, Maße, Merkmale und Lage in einem Dokument.

Früher das Papierheft, das man nach einer Besichtigung mitbekam, heute meist ein PDF. Es bleibt das Dokument, das Menschen aufbewahren und an Partner oder Familie weiterleiten — und das heißt, es muss auch ohne die Maklerin daneben überzeugen. Bildqualität wiegt hier schwerer als Text.

Schaufensteraushang#

Auch: Schaufenster-Exposé · Aushang · Fensterplakat

Das Objektplakat im Schaufenster des Maklerbüros oder hinter dem Fenster des Hauses selbst.

Das älteste Marketingmittel im Fach und immer noch wirksam, weil es der einzige Ort ist, an dem jemand zufällig vorbeikommt. Anders als in den Niederlanden gibt es dafür im Deutschen kein eigenes Fachwort — man spricht schlicht vom Exposé im Schaufenster. Mit einem QR-Code darauf wird es zudem ein Eingang zum Video. Halten Sie das Foto groß und den Text kurz: das wird aus einigen Metern Entfernung gelesen.

Grundriss#

Auch: Floorplan · Raumplan · 3D-Grundriss

Eine Zeichnung der Aufteilung der Immobilie von oben gesehen, mit den Maßen jedes Raumes.

Für viele Kaufinteressenten das Erste, worauf sie schauen, noch vor den Fotos: passt mein Leben hier hinein? Eine flache Zeichnung ist funktional; eine 3D-Fassung mit Wandhöhe und Möbeln macht auf einen Blick deutlich, wie sich die Räume zueinander verhalten. Geben Sie immer an, woher die Maße stammen.

Wohnfläche#

Auch: Wohnflächenverordnung · WoFlV · Quadratmeter · DIN 277

Die Anzahl der Quadratmeter Wohnraum, in Deutschland üblicherweise berechnet nach der Wohnflächenverordnung (WoFlV).

Die WoFlV gibt es, damit sich Angebote vergleichen lassen. Räume unter einer Höhe von einem Meter zählen gar nicht mit, zwischen einem und zwei Metern zur Hälfte, darüber voll. Balkone und Terrassen zählen in der Regel zu einem Viertel, höchstens zur Hälfte. Daneben existiert die DIN 277, die anders rechnet und größere Zahlen liefert — welche Grundlage verwendet wurde, gehört deshalb ins Exposé. Eine Abweichung von der tatsächlichen Fläche ist ein reales rechtliches Risiko.

Energieausweis#

Auch: Energieeffizienzklasse · Bedarfsausweis · Verbrauchsausweis

Das Dokument, das angibt, wie energieeffizient eine Immobilie ist; bei Verkauf und Vermietung ist es Pflicht.

Die Effizienzklassen laufen von A+ bis H — anders als in mehreren Nachbarländern, wo die Skala bei A beginnt und bei G endet. Es gibt zwei Arten: der Bedarfsausweis rechnet mit dem baulichen Zustand, der Verbrauchsausweis mit dem tatsächlichen Verbrauch der Vorbewohner und ist deshalb weniger aussagekräftig. Die Pflichtangaben aus dem Ausweis müssen bereits in der Anzeige stehen, nicht erst bei der Besichtigung.

Kaufpreis & Kaufnebenkosten#

Auch: Angebotspreis · Grunderwerbsteuer · Notarkosten · Maklerprovision

Der Preis, zu dem eine Immobilie angeboten wird — eine Einladung zum Gebot, kein bindendes Angebot.

Die verkaufende Partei ist nicht verpflichtet, an denjenigen zu verkaufen, der den Angebotspreis bietet; das ist ein hartnäckiges Missverständnis. Zum Kaufpreis kommen die Kaufnebenkosten: die Grunderwerbsteuer, die je nach Bundesland zwischen 3,5 und 6,5 Prozent liegt, dazu Notar und Grundbuch und gegebenenfalls die Maklerprovision, die seit 2020 bei Wohnimmobilien zwischen den Parteien geteilt wird. Zusammen ein Betrag, den Käufer einplanen müssen.

Besichtigung#

Auch: Objektbesichtigung · Besichtigungstermin · Tag der offenen Tür

Der Termin, bei dem eine interessierte Person die Immobilie in Wirklichkeit ansieht.

Jede Besichtigung kostet Zeit — die der Maklerin, die der verkaufenden Partei und die der Interessenten. Gutes Bildmaterial vorab ist deshalb kein Luxus, sondern ein Filter: wer nach dem Video abspringt, war ohnehin nicht die Käuferin. Bei Vermietung und bei Interessenten von außerhalb der Region spart das spürbar leere Termine.

Vermarktungsdauer#

Auch: Verkaufsdauer · Tage am Markt · days on market

Die Anzahl der Tage zwischen der Veröffentlichung einer Immobilie und dem Moment, in dem sie verkauft ist.

Eine Immobilie, die lange steht, wirft Fragen auf: was stimmt damit nicht? Das arbeitet gegen den Preis. Die ersten Tage sind deshalb die wichtigsten — dann ist die Aufmerksamkeit am größten und das Objekt erscheint bei Suchanfragen weit oben. Eine Präsentation, die an Tag eins nicht fertig ist, verpasst genau dieses Fenster.

Immobilienportal#

Auch: Angebotsportal · Immobilienbörse · Objektportal

Eine Website, auf der das Angebot vieler Maklerbüros zusammenkommt.

Für die meisten Kaufinteressenten ist das der Ausgangspunkt der Suche — und damit der Ort, an dem Ihr Objekt neben allen anderen steht. Jedes Portal hat eigene Regeln dazu, was in den Fotos zulässig ist: virtuelles Home Staging ist in der Regel erlaubt, sofern es deutlich gekennzeichnet wird. Prüfen Sie das vor dem Hochladen, denn die Regeln unterscheiden sich je Portal. Siehe ist virtuelles Home Staging erlaubt.

⚖️ Fair und rechtssicher

Was Sie angeben müssen, was erlaubt ist, und wem das Bild gehört.

KI-Visualisierung#

Auch: digitale Visualisierung · Stimmungsbild · artist impression

Ein Bild, das mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt oder verändert wurde und damit nicht eins zu eins die Wirklichkeit zeigt.

Der Begriff deckt alles ab, von einem virtuell möblierten Raum bis zu einem Sommerbild eines Wintergartens. Die Regel dahinter ist einfach: der Raum darf sich nicht verändern, die Ausstattung schon. Wände, Fenster, Türen, Maße und Mängel bleiben, wie sie sind. Siehe wie ehrlich ist eine KI-Visualisierung.

Kennzeichnungspflicht#

Auch: KI-Hinweis · Disclosure · Kennzeichnung von KI-Bildern

Der sichtbare Hinweis bei einem Bild, dass es sich um eine digitale Visualisierung handelt und nicht um eine unbearbeitete Aufnahme.

Nicht nur anständig, sondern zunehmend auch vorgeschrieben: die europäische KI-Verordnung verlangt, dass künstlich erzeugte oder veränderte Bilder als solche erkennbar sind. Praktisch heißt das: setzen Sie den Hinweis in das Bild, nicht nur in den Begleittext, denn Bilder werden ausgeschnitten und weitergeschickt. Eine Käuferin, die sich später getäuscht fühlt, ist ein reales Problem, auch ohne Gericht.

Urheberrecht an Objektfotos#

Auch: Copyright · Nutzungsrecht · Lizenz

Das Recht der Urheberin eines Fotos zu bestimmen, wer dieses Foto verwenden darf.

Das Urheberrecht liegt bei der fotografierenden Person, nicht automatisch bei der Auftraggeberin — auch dann nicht, wenn bezahlt wurde. Was Sie erhalten, ist ein Nutzungsrecht, und dessen Umfang steht im Auftrag. Fotos einer früheren Vermarktung ohne Zustimmung wiederzuverwenden ist damit ein Risiko. Bearbeiten Sie ein fremdes Foto zu einem Video, gilt dasselbe: das zugrunde liegende Bild bleibt beim Urheber.

Rechte am Ergebnis#

Auch: Rechte am Video · kommerzielle Nutzung

Die Frage, wer die erstellten Bilder und Videos verwenden darf, nachdem sie fertig sind.

Bei Vastgoedstudio gehören die Ergebnisse Ihnen und Sie dürfen sie kommerziell nutzen, ohne Beschränkung nach Anzahl oder Kanal — siehe wem gehören die Bilder. Achten Sie bei jedem Anbieter darauf, ob das ausdrücklich in den Bedingungen steht: es gibt Dienste, bei denen das Nutzungsrecht endet, sobald Ihr Abonnement ausläuft.

Recht am eigenen Bild#

Auch: erkennbare Personen · Bildnisrecht · KUG

Das Recht einer erkennbar abgebildeten Person, sich gegen die Veröffentlichung zu wehren.

Kommt in der Immobilienfotografie häufiger vor, als man denkt: die Nachbarin im Garten, ein Kind hinter dem Fenster, eine Passantin auf dem Gehweg. Erkennbare Personen, die um dieses Foto nicht gebeten haben, gehören nicht hinein — und das ist zugleich ein Grund, sie zu entfernen, statt darauf zu wetten. Sichtbare Kennzeichen und Hausnummern der Nachbarn fallen in dieselbe Kategorie.

DSGVO#

Auch: Datenschutz-Grundverordnung · GDPR · personenbezogene Daten

Die europäische Datenschutzverordnung, die regelt, wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden dürfen.

Objektfotos enthalten öfter personenbezogene Daten, als man meint: ein Namensschild, Post auf der Fußmatte, Fotos der Bewohner an der Wand, ein Kalender auf der Arbeitsplatte. Die gehören nicht in eine öffentliche Anzeige. Wie wir mit Bildmaterial umgehen, steht in der Datenschutzerklärung; worauf Sie bei Objektfotos achten, unter DSGVO und KI-Bildbearbeitung.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen virtuellem Home Staging und einer Renovierungs-Visualisierung?

Beim virtuellen Home Staging bleibt der Raum genau so, wie er ist, und nur die Einrichtung kommt hinzu: Möbel, Pflanzen, Beleuchtung. Bei einer Renovierungs-Visualisierung verändert sich der Raum selbst — aus einer veralteten Küche wird eine neue Küche. Das eine zeigt, wie man darin wohnen kann, das andere, was sich daraus machen lässt.

Muss ich angeben, dass ein Foto digital möbliert wurde?

Ja. Immobilienportale verlangen es, die europäische KI-Verordnung verlangt eine erkennbare Kennzeichnung, und unabhängig davon verhindert es Enttäuschung bei der Besichtigung. Setzen Sie den Hinweis in das Bild selbst, nicht nur in den Begleittext — Bilder werden ausgeschnitten und weitergeschickt.

Welches Seitenverhältnis wähle ich für soziale Kanäle?

Hochkant 9:16 für Reels, Stories und TikTok; quadratisch 1:1 oder 4:5 für einen Feed-Beitrag; quer 16:9 für YouTube und die eigene Website. Erstellen Sie das Video im Format des Kanals, für den es gedacht ist — nachträgliches Umwandeln kostet Bild oder erzeugt schwarze Balken.

Was ist der Unterschied zwischen dem Ken-Burns-Effekt und echter Kamerabewegung?

Beim Ken-Burns-Effekt verschiebt sich ein Ausschnitt über ein stehendes Foto: es kommt kein neues Bild hinzu, Sie sehen jeweils einen anderen Teil derselben Aufnahme. Bei echter Kamerabewegung verlagert sich der Standpunkt und Sie sehen mehr vom Raum, als auf dem Foto stand.

Wie viele Quadratmeter darf ich bei einer Immobilie angeben?

Die Zahl, die sich aus der Wohnflächenverordnung ergibt. Raum unter einem Meter Höhe zählt nicht mit, zwischen einem und zwei Metern zur Hälfte. Balkone und Terrassen zählen in der Regel zu einem Viertel. Geben Sie außerdem an, ob nach WoFlV oder nach DIN 277 gerechnet wurde — die beiden liefern unterschiedliche Zahlen.

Vom Begriff zum Bild

Ihr erstes Immobilienvideo ist gratis. Fügen Sie einen Objektlink ein und sehen Sie in wenigen Minuten, was die Wörter oben in der Praxis bedeuten.

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